Der Satansröhrling ist ein Pilz, vor dem sich mehr Menschen fürchten, als ihm im Wald tatsächlich begegnen. In den meisten Teilen Polens ist er selten und wärmeliebend. Trotzdem lohnt es sich, ihn zu kennen, denn der Unterschied zum Steinpilz ist so deutlich, dass du ihn nach einer Saison ganz automatisch erkennst.

Der Steinpilz: wie er wirklich aussieht
Der Steinpilz, Boletus edulis, hat einen Hut in Tönen von Hellbraun bis Kastanienbraun, oft mit einem etwas helleren, wie bereiften Rand. Unter dem Hut sitzen statt Lamellen Röhren: bei jungen Exemplaren weiß, mit dem Alter cremefarben und schließlich grünlich gelb. Das ist wichtig, denn kein Röhrling mit gelben oder roten Röhren im jungen Zustand ist ein Steinpilz.
Der Stiel des Steinpilzes ist hell, beige bis hellbraun, dick und keulenförmig und mit einem feinen, hellen Netz überzogen. Das Fleisch ist weiß und bleibt nach dem Anschneiden weiß. Es blaut nicht, rötet nicht und verfärbt sich nicht. Der Geruch ist angenehm, nussig und pilzig.
Der Satansröhrling: worin der Unterschied besteht
Der Satansröhrling, Rubroboletus satanas, wirkt auf den ersten Blick durch seine massige Gestalt und den hellen Hut manchmal ähnlich. Doch hier endet die Ähnlichkeit. Sein Hut ist schmutzig weiß, gräulich oder cremefarben, selten braun wie beim Steinpilz. Der Schlüssel liegt weiter unten: Die Poren sind deutlich orangerot bis blutrot, und der Stiel trägt ein rotes Netz auf gelblichem Grund, oft mit einer roten Zone in der Mitte.
Hut braun bis kastanienbraun, Rand oft heller
Röhren weiß, dann cremefarben, zuletzt grünlich gelb
Stiel hell mit feinem hellem Netz
Fleisch weiß, verfärbt sich nach dem Anschneiden nicht
Hut schmutzig weiß, gräulich oder cremefarben
Poren orangerot bis blutrot
Stiel mit rotem Netz auf gelblichem Grund
Fleisch blaut nach dem Anschneiden langsam
Der Test, der alle Zweifel ausräumt
Das Einfachste, was du im Wald tun kannst: unter den Hut schauen und den Stiel der Länge nach halbieren. Diese zwei Beobachtungen klären die Sache schneller als jede Beschreibung.
Farbe der Poren: weiß, cremefarben oder gelbgrün ist ein gutes Zeichen, rot oder orange ist das Signal, den Pilz wegzulegen.
Reaktion des Fleisches: Der Steinpilz bleibt weiß, der Satansröhrling blaut langsam.
Stiel: helles Netz beim Steinpilz, rotes Netz beim Satansröhrling.
Standort: Der Satansröhrling mag warme, kalkhaltige Böden und Laubwälder mit Eiche oder Buche, in Polen meist im Süden des Landes.
Rote oder orange Poren bei einem Röhrling sind immer ein Warnsignal. Manche rotporigen Röhrlinge sind erst nach dem Garen essbar, andere giftig, und als Anfänger unterscheidest du sie nicht sicher. Die sicherste Regel ist einfach: Ein Röhrling mit roten Poren bleibt im Wald.
Der Satansröhrling landet selten aus Versehen im Korb, denn seine Gestalt hebt sich deutlich vom Steinpilz ab, sobald du einmal weißt, worauf du achten musst. Roh oder in größerer Menge gegessen, löst er heftige Magen-Darm-Beschwerden aus. Er ist nicht tödlich wie der Grüne Knollenblätterpilz, kann dir aber das Wochenende gründlich verderben.
Die meisten Verwechslungen entstehen aus Eile. Wenn sich der Korb füllt, erfasst das Auge die Gestalt und der Kopf ergänzt den Rest. Gewöhn dir an: Bevor ein Pilz im Korb landet, ein Blick unter den Hut. Fünf Sekunden, die dir einen Abend über der Schüssel ersparen.